Paroles de vignerons - Vinparleur - Winzer talk

Yves Gras über den Jahrgang 2014 im Rhône-Tal

16. Oktober 2015, von Sebastian Nickel

Im vergangenen Jahr hatten wir einen spätreifen Jahrgang. Im Bereich um Gigondas, Plan de Dieu, Rasteau... gab es im September nur wenig Niederschlag, sodass wir in aller Ruhe auf die volle Reife der Trauben warten konnten. Die letzten Früchte erreichten schließlich am 10. Oktober unseren Keller.

Überzeugt, dass der Geschmack des Weines aus seinem Terroir und seinen Früchten entsteht, verhalten wir uns im Keller eher zurückhaltend. Unser Hauptanliegen ist es, die gesamte Qualität der Trauben zu bewahren. Dazu sortieren wir sorgfältig reife und aromatische Früchte aus, vergären Sie mit Hilfe natürlicher Hefen und passen Mazeration und Extraktion an die Tanninstruktur der Trauben an.

Zu Beginn der Kellerarbeit, wenn wir die Ernte zum Gären in die Tanks bringen, geben wir gemäßigte Mengen von Schwefel hinzu, um uns gegen die Entwicklung von unerwünschter Hefen abzusichern. Dieses vereinbart sich bestens mit unserer Philosophie, denn wir sehen uns weder als Freund noch Feind des Schwefels und passen seinen Einsatz an den Bedarf eines jeden Jahrgangs und jeden Tanks an. Die Empfindlichkeit gegenüber Sauerstoff der verschiedenen Rebsorten, die Häufigkeit der Abstiche, bei denen der Wein vom Hefebett getrennt wird, das Auffüllen der Barriques und die konstante Temperatur unseres Kellers sind, unter anderem, wichtige Faktoren, die für ein harmonisches und gesichertes Reifen eines jeden Weines berücksichtigt werden sollten. Allein die Summe aller Faktoren erlaubt dem Wein sich zur geschmacklichen Harmonie zu entwickeln und den Charakter seiner Herkunft frei zum Ausdruck zu bringen.

In den letzten Jahren hat unser Streben nach dem reinen und edlen Ausdruck der Frucht und des Terroirs unsere Arbeit im Keller orientiert. Eichenholz spielt daher immer noch eine wichtige Rolle bei der Reifung der Weine. Das regelmäßige Auffüllen der Holzfässer und die Migration der Tannine aus dem Eichenholz zum Wein, erlauben eine gemäßigte aber kontrollierte Sauerstoffzufuhr, was für eine „zarte“ Rebsorte wie der Grenache unentbehrlich ist. Der Grossteil der kleinen Fässer wurde in den letzten Jahren durch große Fuder ersetzt, was das Kräfteverhältnis der beiden Elemente Holz und Wein entschieden verändert hat. Und es erscheint uns wesentlich, das Letzterer stets die Oberhand behält.

In der Kontinuität dieser Arbeit, hat sich unsere Keller in diesem Jahr um drei 800 Liter fassende Tongefässe aus Impruneta bereichert. In dieser Hochburg der Töpferei nahe Florenz gewinnt man schon seit vielen Jahrhunderten eine spezielle Tonsorte aus dem Boden, die zur Herstellung von Tonkrügen für Wein und Olivenöl besonders geeignet scheint. Die von Hand hergestellten Gefäße haben eine vollkommen glatte Oberfläche und ermöglichen die Reifung der Weine ohne jegliche Zufuhr von Tanninen und Aromen, während ihre spezielle Form den Ausdruck der Frucht und der Mineralität favorisiert. Für diesen ersten Jahrgang enthalten die Tongefässe einen reinen Grenache aus der Crau in Chateauneuf-du-Pape und einen Mourvèdre, der aus dem Terroir der Hautes Garrigues in Gigondas stammt.



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