Ich weiß, dass Rosé Wein inzwischen als vollwertiger Wein gilt und das ganze Jahr über auf Terrassen und in Restaurants frische Salate, Fischgerichte, Käse und exotische Speisen begleitet. Einige, „typische“ Rosés kann man jedoch nach wie vor als vollständige Sommerweine bezeichnen, die unsere Lust nach Sonne und Farniente nur noch verstärken.
Pierre Cros Minervois vin rosé
Die Cuvée „Tradition“ von Pierre Cros gehört dazu. Mit einem Handumschlag verführt er uns mit seiner sehr hellen und glänzenden Farbe und einem Duft voller roter Früchte, Bonbons, Pfirsich und einem Hauch von Tonkabohnen. Weich und frisch am Gaumen, mit einigen Rundungen und einer leichten Bitterkeit im Abgang, ein perfekter Begleiter für den Aperitif im Liegestuhl, zusammen mit ein paar Oliven und einem Stück Cantal Entre-Deux, einem vollen und würzigen Käse aus dem französischen Massif Central. Legen Sie sich entspannt zurück, der Sommer ist da!
Die Cuvée „Partouze“, eine gelungen Assemblage alter mediterraner Rebsorten (Picpoul, Rivairenc, Aramon, Morastel), zeigt sich mehr säurebetont und von Zitrusfruchtaromen dominiert. Ein lebhafter Rosé, den es zu gegrilltem Fisch und Muscheln hin zieht.
Cremiger Geschmack, schmelzige Tannine und ein Hauch von Ingwer im Abgang... Les Aspres 2013 de Pierre Cros
Selbst in einem delikaten Jahrgang wie 2013, leuchtet die Vorzeige-Cuvee des Weingutes wie ein heller Stern. Von gleichem Stil wie ihre Vorgänger, bietet sie nach 13 Monaten Holzreifung, ein reiches Bouquet von Gewürzen, reifen Früchten und Vanille. Im Mund bereichern Brombeeren und Johannisbeeren den vollen, cremigen Geschmack, begleitet von feinen, schmelzigen Tanninen und einem Hauch von Ingwer im Abgang.
Pierre Cros hat sich auf 25ha Reben und ebenso viel Oliven, Mandelbäumen und Trüffeleichen niedergelassen. Er ist ein großer „Winzer-Künstler“, eine Referenz im Minervois, zumindest nach dem zu urteilen, was im Guide Hachette in den letzten zehn Jahren über ihn geschrieben wurde. Er bezeichnet sich selbst als „Bauer“ und sagt, er habe von seinem Vater und Groß-Vätern, allesamt Bäcker in Badens, gelernt seine Kunden zu respektieren. Neben den klassischen Rebsorten der AOC, hegt Pierre Cros einige Hektar alter, vergessener oder sogar „ungeliebter“ Rebsorten (wie zum Beispiel die Sorte Aramon) und hat Rebsorten aus anderen Ländern angepflanzt.
Guide Hachette 2017
Zwischen den Reben und dem Meer, zwischen Pierre und Toan
Man braucht nicht bis nach New York zu reisen, um guten Wein und Rappern zu begegnen. Beides gibt es auch im Minervois. Es brauchte nicht mehr, als eine Begegnung zwischen dem Winzer Pierre und Rapper Toan, um den Namen und die Geschichte der neuen Cuvee der Domaine Pierre Cros zu finden.
Entre la vigne et la mer Pierre Cros Minervois
Die ausgeglichene Assemblage von Syrah und Mourvèdre, sowie das Gären und Reifen im großen Holztank hat dem Wein ein intensives und volles Bouquet gegeben: Waldfrüchte, Himbeeren, Brom- und Heidelbeeren, gemischt mit Zimt und schwarzem Pfeffer. Ein ungewöhnlich frischer und heiterer Duft, für diese sonst so ernsthaften Rebsorten. Knackig frisch im Mund, rund wie reifes Obst und mit zurückhaltenden, angenehm süßen Tanninen.
Wir haben den Wein vor kurzem gut gekühlt zum Ausklang eines warmen Spätsommerabends getrunken. Sehr lecker! Aber der Wein wird sich vor allem an Ihrem Tisch oder Keller wohl fühlen.
PFLANZLICHE BEILAGE
Ein Auberginenauflauf wird ihn an seine Heimat erinnern, eine vegetarische Lasagne wird ihn zur Geltung bringen, ein Risotto mit karamellisierten Karotten, Steinpilzen, sonnengetrockneten Tomaten und Parmesan wird ihm gerecht werden.
FLEISCHLICHE BEILAGE ODER FISCHIGES
Als noch junger Wein, liebt er gegrilltes Fleisch und Braten. In Herbst und Winter wärmt er sich aber gerne an einer frischen Pilzpfanne mit Speck, oder einem reichhaltigen Eintopf. Fischliebhaber sollten es mit einem gebratenen Zander mit Speck und Kapern versuchen.
MUSIKALISCHE BEILAGE
Ein starkes Stück im Glas! Domaine Santa Duc Roaix 2010
Der Jahrgang 2010 bleibt eine erstklassige Wahl im Rhône Tal. Der lange, sonnige Spätsommer brachte voll ausgereifte Trauben, eine gute Grundlage für Weine mit beachtlicher Finesse und Harmonie.
Die Grenache und Syrah Trauben für diesen Wein stammen aus den Weinbergen von Roaix, zwischen Rasteau und Vaison-la-Romaine. Sie füllen das Glas mit einem dunklen, blutroten Wein und dem kräftigen Duft von Feigen und getrockneten Aprikosen, Honigkuchen und Lakritz. Meine Nase lässt sich sofort verführen, fasziniert von der Intensität des Bouquets, das sich stetig um den Duft von Kirschen und weiteren Gewürzen bereichert.
Frische Säure, feine, noch junge Tannine, umgeben von einer angenehmen Süße, mehr und mehr Würze und lang anhaltende Aromen. Ausgeglichen, schmackhaft und noch jugendlich, verspricht dieser Wein noch einige Jahre Lagerkapazität. Wenn Sie ihn diesen Winter öffnen, sollten Sie ihn in einer Karaffe servieren.
FLEISCHLICHE BEILAGEN: Die Intensität und der Charakter des Weines verdienen ein schönes Stück gegrilltes Fleisch, Rind, Lamm, Strauss, ohne großes Gehabe, nur mit ein wenig Salz und Pfeffer. Für komplexere Speisen mit Saucen und Gewürzen sollten Sie noch ein paar Jahre warten, damit der Wein seine volle Aromatik entfalten kann.
PFLANZLICHE BEILAGEN: Gegrilltes Gemüse in Olivenöl, Kürbispfanne mit Tomatenreis, Tofu-Burger mit Balsamico-Sauce oder mit Steinpilzen gefüllte Cannelloni... Holen Sie ordentlich Power aus Ihrem Gemüse!
Der Geschmack des vergangenen Jahrtausends – Minervois Syrah Les Aspres 1999
In den neunziger Jahren sah die Weinwelt ganz anders aus. Während heute die ganze Welt hinter Mineralität, Frische und schlanken Weinen herrennt, trachtete man vor 20 Jahren eher danach, den wuchtigen Sound von NIRVANA in eine Weinflasche zu drücken, um die Publikums- und Kritikerzungen zu beeindrucken: Überreif geerntete Trauben, langes Lagern auf der Maische und massive Tanninextraktion, 12 bis 24 Monate Ausbau im neuen Eichenfass... Ganz frei nach der Devise „mehr ist IMMER besser“!
Ausgerechnet der letzte Jahrgang des Jahrtausends erfüllte nicht diese Erwartungen. Man sagte ihm nach, er sei kühl, regnerisch und eher klein geraten, und man war froh darüber, bald das Jahrhundert zu verlassen. Man hatte sich aber verschätzt. Natürlich. So wie die Weinwelt sich immer wieder und nach wie vor verschätzt, jedes Jahr aufs Neue, und dem scheinbar unbezwingbaren Drang nachgibt, Weinjahre nach Körpergrößen einzuteilen: Groß, mittel, klein... Als würden alle WinzerInnen, Weinberge und Flaschen der Welt sich dieser groben Einteilung unterordnen.
Aber lassen Sie uns zu unserer Syrah aus dem Jahre 1999 zurückkehren. Sie ist reinsortig, im Holz vergoren und gereift und zeigt nicht nur dichte Aromen, sondern schaffte es auch, die gesamte Mineralität ihres Terroirs in sich zu vereinen (glauben Sie mir, „Mineralität“ gab es auch schon 1999). Das Auge leicht getrübt und eher orange als rot, die Nase munter und fein: Trockenpflaumen, Kakao, Zimt und Kirschen, außerdem etwas Pfeifentabak. Samtweich auf der Zunge, Tannine wie aus zarter Spitze, mit beachtenswerter Säure, die Spannung und Kraft bringt. Ein unendlicher Abgang, in dem sich feinsüsse Bourbon-Vanille unters Bouquet mischt.
FLEISCHLICHE BEILAGE: Gebratenes Federwild oder geräucherte Gänseleber. Nichts Anderes! PFLANZLICHE BEILAGE: Eine nicht salzige Tapenade aus schwarzen Oliven, Schokolade mit extrem hohem Kakao-Anteil und wenig Zucker, Kaminfeuer.
Die Syrah von Pierre glänzt wieder im Guide Hachette
Pierre Cros hat sich auf 25ha Reben und ebenso viel Oliven, Mandelbäumen und Trüffeleichen niedergelassen. Er ist ein großer „Winzer-Künstler“, eine Referenz im Minervois, zumindest nach dem zu urteilen, was im Guide Hachette in den letzten zehn Jahren über ihn geschrieben wurde. Er bezeichnet sich selbst als „Bauer“ und sagt, er habe von seinem Vater und Groß-Vätern, allesamt Bäcker in Badens gelernt, seine Kunden zu respektieren. Neben den klassischen Rebsorten der AOC, hegt Pierre Cros einige Hektar alter, vergessener oder sogar „ungeliebter“ Rebsorten (wie zum Beispiel die Sorte Aramon) und hat Rebsorten aus anderen Ländern angepflanzt.
Les Aspres Pierre Cros
Die Star-Cuvee des Weingutes glänzt einmal mehr. Diese Syrah, wie die vorherigen Jahrgänge ein Jahr lang in Eichenfässern gehätschelt und gereift, zeigt intensiven Duft von Gewürzen und dunkler Frucht, unterlegt von Zedernholz und einem Hauch Trüffel. Am Gaumen treten zusätzlich Kakao und Mokka in Erscheinung, während konzentrierte und weiche Tannine einen intensiven Abgang unterlegen. Eine wahre Apotheose. Eine Flasche, die Sie sowohl jung genießen (am besten in einer Karaffe), oder im Keller den sorgenden Händen der Zeit überlassen können.
Eine leicht trübe, helle granatrote Farbe mit bräunlichem Farbton am Glasrand... Er sieht aus wie eine kostbare, in einem Antiquitätengeschäft gefundene Rarität. Die Nase ist intensiv und frisch, zeigt zunächst Aromen von Kirsche, Pflaume und Himbeere und entwickelt sich zu Duftnoten von Marzipan, getrockneten Blüten und Unterholz weiter. Dazu noch einige Pilze, etwas Pfeffer und der vanille-ähnliche Duft alter Bücher. Ich weiß, das ist eine Menge. Aber es ist ein beeindruckender Wein.
Am Gaumen: Weich und dank schöner, seidiger Tannine, gut strukturiert. Frisch und geradlinig, sinnlich und vollmundig, wieder mit Kirschen, Gewürzen und Schokolade.
Ein Wein, der dazu einlädt es sich an einem regnerischen Abend in einem Clubsessel bequem zu machen und sich in die Abenteuer von SHERLOCK HOLMES zu vertiefen...
Trotz seines eher exotischen Namens liegt der Ursprung der SYRAH im nördlichen Rhône-Tal. Entstanden ist die Rebsorte aus einer Kreuzung zwischen MONSEUSE BLANC aus Savoyen und DUREZA NOIR aus der Ardèche Region, aber lange hat man daran festgehalten, dass die Herkunft der SYRAH geheimnisvoller und mystischer sei. Dabei sprach man gerne von Römern, Syriern und Persern, ebenso von weit entfernten Städten wie Syrakus auf Sizilien oder Shiraz im Iran. Schön, aber leider nicht wahr. Trotz seiner bescheidenen und profaneren Ursprünge erfreut sich die SYRAH heute einer wachsenden Popularität auf der ganzen Welt.
syrah
Mit rund 185.000 Hektar Rebfläche, ist sie heute eine der zehn häufigst gepflanzten Rebsorten unseres Planeten (aber von der Anbaufläche her noch weit hinter den Rebkolossen CABERNET und MERLOT gelegen). Ein großer Erfolg für dieses kleine Mädchen diese GROSSE DAME, die sich auf den Hügeln von HERMITAGE ebenso wohl fühlt, wie in den Weinbergen des MITTELMEERES, in KALIFORNIEN oder AUSTRALIEN (wo sie im allgemeinen SHIRAZ genannt wird).
Aus der Sicht des Winzers könnte man sie fast eine DIVA nennen, denn sie trägt ihre feinen Trauben und kleinen schwarzen Beeren eher wie Schmuck, denn, wie schlichte Früchte, und ihre zerbrechlichen Zweige bitten um Unterstützung eines sorgfältigen Spaliers. Seit den 1990er Jahren ist jedoch eine geheimnisvolle Krankheit bzw. ein schlecht verstandenes Phänomen aufgetaucht, gemeinhin als «dépérissement de la SYRAH» bekannt (Verkümmern der Syrah). Zuerst tauchen Risse an der Veredlungsstelle zwischen der Pflanze und ihrer Unterlage auf, dann rötet sich das Laub und schließlich stirbt die Pflanze... Zwischen dem Auftauchen der Risse und dem endgültigen Tod der Pflanze können mehrere Jahre vergehen, aber bisher ist kein Gegenmittel bekannt, und die Gründe für das Verkümmern der Pflanze sind nach wie vor ungeklärt, auch wenn der Hauptverdacht heute beim «Klon" liegt (für jede Rebsorte gibt es mehrere Klone und einige Syrah-Klone scheinen besonders anfällig zu sein. Sie anzupflanzen wird heute abgeraten) .
clones syrah
Aus geschmacklicher Sicht scheint SYRAH zu allem im Stande! Bekannt für die geradlinigen, feinen und eleganten Weine von der nördlichen Rhône, ist sie aber nicht weniger berühmt für ihre Kurven und die verführerische Delikatesse, die sie im wärmeren Klima zeigt. Pfeffer und Lakritz, Cassis, Himbeeren und Veilchen, Trüffel, Kakao ... abhängig von der Reife der Trauben und dem Alter des Weines scheint die aromatische Palette der SYRAH von einem Horizont zum anderen zu reichen. Rot-schwarz wie die Sünde, mit fabelhafter Taninstruktur und manchmal in der Lage Jahrzehnte zu altern, die SYRAH gehört mit zu den schönsten Rebsorten, die man (und Frau) je kultiviert haben.
SYRAH liebt höhere Lagen, wie YVES in seinen Weinbergen in GIGONDAS und auch in VAISON-LA-ROMAINE feststellte, sie kann aber auch in der Nähe des warmen MITTELMEERES wahre Wunder vollbringen. Sogar NATHALIE, ein wahre Tochter der Champagne, gesteht eine Schwäche für Weine aus SAINT JOSEPH zu haben, genau so wie für die SYRAH von PIERRE, die im trockenen und steinigen Terroir von LES ASPRES im MINERVOIS wächst.