Paroles de vignerons - Vinparleur - Winzer talk

Deshalb liebe ich #Carignan... #Wein

24. Juni 2015, von Sebastian Nickel

Was kann ich Ihnen über Carignan sagen, außer, dass ich diese Rebsorte liebe? Sie fragen sich, warum?

KURZE ANTWORT: Gehen Sie zu einer Carignan-Weinprobe und Sie werden mich verstehen!

MITTELLANGE ANTWORT: Carignan hat Charakter, Nerven, Frucht und Würze. Seine Tannine sind frisch und haben viel Relief. Die Reben können über hundert Jahre alt werden. Er ist ein Widerstandskämpfer: (einige) Leute wollten ihn nicht mehr haben, viele rissen ihn aus dem Boden ... aber er ist immer noch da! Es gibt ihn in drei Farben, noir, gris und blanc, wie viele grosse Rebsorten dieser Welt. Er gibt uns leckere Weine, Weine für unsere Tafeln und feine Speisen und Weine, die sich gut lagern lassen.

Pierre Cros Carignan

AUSFÜHRLICHE ANTWORT: Ich traf ihn zum ersten Mal in mein Glas in den späten 90er Jahren. Im Jahr 2002 begann ich mit ihm im Languedoc zu arbeiten, genauer gesagt im Minervois. Für diejenigen, die sich nicht erinnern: Es gab starken Regen im September 2002 während der Ernte. Es gab relativ viel Schäden an der Ernte, und ich erinnere mich an einen Weinberg mit altem Carignan, der überschwemmt wurde. Der Rebgarten war (und ist) in einem Gebiet namens „Les Aspres » gelegen, eine Flurbezeichnung, die sich in der Regel auf steinige und trockene Böden bezieht. Die Reben wurzeln hier in nur etwa 50 cm Mutterboden, bevor sie auf eine Felsplatte stossen. Letztere war 2002 für die Überflutung des Weinbergs verantwortlich, weil der gefallene Regen nur langsam in den unteren Bodenschichten versickern konnte. Niemand hat damals auf den Jahrgang 2002 gesetzt, und es ist wahr, dass viele Trauben von Fäulnis betroffen wurden, und dass einige Weine ein bisschen « wässrig“ wirkten. Aber den Wein aus diesem hundertjährigen Carignan habe ich immer noch in meinem Keller. Es ist jetzt fast 13 Jahre alt und nach wie vor grossartig im Geschmack!

Werfen wir einen Blick auf den gleichen Weinberg im Jahr 2003, dem Jahr mit der europaweiten Hitzewelle. Wieder war es der alte Carignan, der zusammen mit seinen alten regionalen Kollegen (Terret, Alicante, Cinsault, Picpoul …) am besten über die Runden kam. Das ist interessant, nicht wahr?

Es gibt heute jedoch immer noch Menschen, auch Experten, die einen Qualitäts-Unterschied zwischen diesen traditionellen Rebsorten und sogenannten «verbessernden» Rebsorten machen. Letztere wurden meist aus anderen Weinregionen eingeführt und zeigen sich für die teilweise extremen klimatischen Bedingungen des Mittelmeerraumes nicht immer gut geeignet.

Dies führt uns zu einer sehr einfachen Grundregel des Weinbaus und der Weinherstellung: Jede Rebsorte braucht einen geeigneten Boden und ein geeignetes Klima, mässige Erträge, sorgfältige Pflege, sowie eine Weinherstellung und -Reifung, die seine Qualitäten hervorbringt. Dann wird JEDE von ihnen uns einen guten Wein geben...



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