Paroles de vignerons - Vinparleur - Winzer talk

Rebsortenparadies Languedoc - Unsere Grosseltern waren auch nicht dümmer als wir

21. Dezember 2012, von Sebastian Nickel

Zinfandel Arjolle - Mal Aimés Pierre Cros

Pierre Cros übernahm in den achtziger Jahren die von Carignan beherrschten Weinberge seiner Grosseltern im Minervois in der Nähe der mittelalterlichen Stadt Carcassonne und pflanzte hauptsächlich Grenache und Syrah hinzu. Und obwohl sich seine Weine aufs beste entwickelten und sich bald vor allem international einen Namen machten, fehlte ihm etwas Wesentliches in dieser modernen Weinwelt.

Ende der neunziger Jahre besann er sich auf das Erbe der Alten, wie er selber sagt, und kaufte einige alte Rebgärten auf, die sonst der regionalen Weinpolitik zum Opfer gefallen und verschwunden wären. Bestückt waren diese teils hundertjährigen Weinberge mit alten, fast vergessenen, vor allem aber verpönten Rebsorten des Südens: Carignan, Aramon, Picpoul noir, Alicante... Pierre pflegte und hegte die Pflanzen und schuf aus ihren Früchten, entgegen dem Willen der Behörden und Weinbauverbände, einen ganz besonderen Wein, den er Les Mal Aimés (die Ungeliebten) taufte. Jenseits des über-fruchtigen Geschmacks, der die heutige Weinwelt zu beherrschen scheint, präsentieren sich die alten Hasen mit erstaunlicher Frische, Sauerkrischen, Kräutern und röstiger Würze, und man fragt sich beim Trinken dieses erholsam aufrichtigen Weines, ob dieses nicht der Geschmack von damals sei.

„Unsere Grosseltern waren auch nicht dümmer als wir“, sagt Pierre, „und wussten sehr wohl, welche Rebsorten sich im mediterranen Klima wohlfühlen.“

In Frühjahr hat Pierre Cros, dieses Mal in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer, einen neuen Weinberg gepflanzt: Aramon, Picpoul noir, Aspiran – die Alten bekommen eine neue Chance. Aber Pierre schaut keineswegs nur in die Vergangenheit, sondern hat auch eine Leidenschaft für Experimente. Seit einigen Jahren wachsen bei ihm im steinigen Boden des Minervois auch Pinot noir, Nebbiolo und Touriga Nacional, die er aus dem Burgund, Barolo und dem Douro in seine Heimat geholt hat, alleine aus Lust an der Freiheit das anzubauen, was ihm schmeckt.

Der Californian Way of Wine

Als ebenfalls in den achtziger Jahren die Brüder Teisserenc nördlich von Pezenas die Domaine de l’Arjolle schufen, erfreuten sie sich der reichhaltigen Rebsortenwahl, die ihnen der gesetzliche Rahmen der Vin de Pays des Côtes de Thôngue bot. Aus Cabernet Sauvignon, Syrah, Merlot und Grenache, aber auch Chardonnay, Muscat, Viognier und Sauvignon Blanc schaffen sie heute eine reichhaltige Weinpalette, die von fruchtigen und sommerlichen Weißweinen, bis zu vollmundigen Rotweinen mit hohem Alterungspotential reicht, und sich sogar einer süßen Muskat-Spätlese und eines knackfrischen Winzersekts erfreut.

Von einer seiner ersten Reisen durch die kalifornischen Weinberge brachte Louis-Marie eine Liebe zum roten Zinfandel mit, schaffte es, die französischen Behörden zu überreden und pflanzte Mitte der neunziger Jahre den ersten und bisher einzigen Hektar Zinfandel Frankreichs an. Wucht und Würze, und ein eleganter Gaumenschmeichler, genau das richtige für lange Winterabende und feine Speisen.



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