Paroles de vignerons - Vinparleur - Winzer talk

Klimawandel in den Weinbergen von Cahors? – Im Gespräch mit Pascal Verhaeghe

28. Februar 2012, von Sebastian Nickel

Seit einigen Jahren scheint das Klima sich zu ändern. Wie sieht es in Cahors aus?
Pascal Verhaeghe :Wir haben tatsächlich in den letzten 10 Jahren klimatische Veränderungen festgestellt. Wir haben mehr Wind, und Hitze- und Trockenperioden scheinen öfter vorzukommen.

Mehr Wind, mehr Hitze, ist das eher gut oder schlecht für die Reben?
PV : Das kommt drauf an. Der Wind kann die Reben und Trauben nach Regenperioden schnell abtrocknen und verringert dadurch die Ausbreitung von Pilzkrankheiten. Was die Hitze und Trockenheit angeht, muss man dem Wein helfen, sich anzupassen.

Helfen wodurch?
PV : Organische Düngung mit Kompost erhöht zum Beispiel die Wasserspeicherkapazität des Bodens. Aber das ist nicht alles. Man muss ebenfalls den Wein dazu bringen, seine Wurzeln in die Tiefe zu treiben.

Vignes Chateau du Cedre Cahors

Wie bringen Sie die Reben dazu tiefer zu Wurzeln?
PV : Mit der Bearbeitung des Bodens und mit Geduld. Seit vielen Jahren schon häufen wir den Boden im Herbst um die Reben herum auf und legen sie im Frühjahr wieder frei. Gleichzeitig schneiden wir dabei die oberflächlichen Wurzeln ab, wodurch die Reben nach unten wurzeln. Man kann dadurch 20 bis 30 cm Wurzeltiefe pro Jahr gewinnen.

Welchen Einfluss haben diese Maßnahmen auf die Traubenreife?
PV :Bisher schaffen wir es, dass unsere Trauben gleichmäßig und konstant reifen, trotz des wechselhaften Klimas. Man muss vor allem verhindern, dass der Reifungsprozess bei großer sommerlicher Hitze zum Stillstand kommt. Die Reben dürfen nicht unter der Trockenheit leiden und brauchen ein intaktes und funktionierendes Blattwerk. Regelmäßiger Zugang zum Grundwasser ist dabei ein Hauptfaktor. Außerdem halten wir die Vegetation relativ niedrig, wodurch die Ansammlung des Zuckers in den Trauben verlangsamt wird, und die Säure erhalten bleibt. Dabei gehen wir ein großes Risiko ein, denn wir brauchen immerhin ausreichend Vegetation, um die Trauben zur Reife zu bringen.

Und findet Ihr all Eure Arbeit in den Weinen wieder?
PV : Ganz gewiss. Zunächst im Verhältnis zwischen Zucker und Säure. Der Alkoholgehalt ist recht gering in unseren Weinen, zwischen 13 und 13,5% vol. und wir erfreuen uns des relativ hohen Säuregehaltes. Und unsere Tanninstrukturen sind im Laufe der Jahre feiner geworden, ohne an Kraft und Intensität zu verlieren. Davon leben nämlich große Rotweine: Ausreichend Alkohol um Volumen und Kraft zu haben, genügend Säure als stabiles Rückgrad, und um die Weine in die Länge zu ziehen und Tannine für den Tiefgang und die Langlebigkeit.

Danke Pascal



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