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Gigondas: Knorrige Typen mit Power im Glas (Auszug aus dem Feinschmecker April 2013)

12. September 2013, von Sebastian Nickel

Yves Gras, Anfang 50, steht im Gigondas, einer Appellation der Südlichen Rhône-Region nahe dem Mittelmeer. ihm gehört das Weingut Santa Duc, das am Fuss der Dentelles de Montmirail liegt, nur ein paar Kilometer vom Dorf Gigondas entfernt. Bis auf 450 Meter Höhe sind hier die roten Rebsorten Grenache, Syrah, Mourvèdre und Cinsault gepflanzt. Dank den Höhenlagen und dem kalkhaltigen Boden behalten Grenache und Mourvèdre eine erstaunliche Fische, die ein Markenzeichen aller Weine aus Gigondas ist.

Es hat gedauert, bis die Region diesen Stil gefunden hat, der Kraft und Eleganz vereint. sie umfasst nur 1200 Hektar Anbaufläche, selbst der kleine Rheingau ist fast dreimal so gross. Noch vor ein paar Jahrzehnten waren viele Weine aus der Gegend zu schlicht, um sich mit der beeindruckenden, international bekannten Konkurrenz aus dem nur eine halbe Autostunde entfernten Châteuneuf-du-Pape zu messen. Auch die eleganten Nachbarweine von der nördlichen Rhône, etwa von der Côte-Rôtie und aus den Hermitage-Lagen, spielten in einer andren Liga....

Yves Gras’ Gut Santa Duc is ein Symbol für den Aufstieg der gesamten Region. Seine Eltern lebten zwar auch schon vom Weinbau, gut ging es ihnen aber nicht dabei, sagt er: «Sie haben ihre Trauben bei der Genossenschaft abgeliefert. Dort haben sie auch ihren Wein geholt, wenn sie welchen trinken wollten.» Das hat sich geändert, inzwischen bleibt kaum noch eine Flasche im Land. 85 Prozent der Produktion gehen in den Export, und aus zehn Hektar Rebfläche sind auf Santa Duc 28 geworden. Heute gehört die Domaine zu den edelsten in der Region, inklusive Photovoltaik-Anlage auf dem Dach und einer modernen Architektur mit viel Holz, Glas und Stein.

Der Grund für den Erfolg im Gigondas? Für Gras ist das klar: «Wir haben uns von der Massenproduktion verabschiedet und die Erträge drastisch reduziert.»
Klingt einfach, war es aber nicht. Gras erinnert sich gut daran, wie ihn seine Kumpel aufgezogen haben, als er in den 90er-Jahren ein viel kleinere Ernte eingefahren hat als sie: «Die dachten, ich habe einen Vogel.»
[...]

Mittlerweile sind die niedrigen Erträge Standard und das Gigondas ist zu einer Paraderegion für kräftige, komplexe und lagerfähige Rotweine geworden. Die gleiche Qualität kosten in anderen Gebieten deutlich mehr. Das exzellente Verhältnis zwischen Preis und Genuss zeigt sich besonders beim Jahrgang 2010, denn das Jahr bot ideale Voraussetzungen für die Gigondas-typische Mischung aus Kraft und Finesse.

Das Potenzial der Region belegt der 2010er Gigondas Hautes Garrigues von Yves Gras: Pure rote Frucht, dazu etwas Karamell, Kräuter, Gerbstoffe, bei aller Wucht mit einem feinen, frischen Kern.



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