Paroles de vignerons - Vinparleur - Winzer talk

Clos l’Abbé - ein Juwel aus der #Champagne

7. Mai 2014, von Sebastian Nickel

Was den Clos l’Abbé angeht, kann ich ohne weiteres bestätigen, dass Hubert Soreau bei der Herstellung seines Champagners mit der gleichen Liebe zum Detail vorgeht, wie ein Goldschmied. Die Chardonnay-Trauben für seinen Wein stammen aus drei kleinen Rebgärten des historischen Clos l’Abbé bei Épernay (einer der ältesten eingefriedeten Rebgärten der Champagne, in dem nachweislich schon im 9. Jahrhundert Wein angebaut wurde). Persönlich liebe ich Chardonnay, da es diese Rebsorte immer wieder schafft, mich zu überraschen und sich meinem Gaumen auf unerwartete Art zu präsentieren. Sie kann subtil und diskret sein, dick und bequem, kraftvoll oder leicht und zierlich, nach Butter, Zitrone, Blüten oder Vanille riechen, sich mineralisch, spitz, saftig oder ganz leicht zeigen im Geschmack… Vielleicht sollte ich also besser in der Mehrzahl sprechen und sagen, ich liebe Chardonnays. Selbstverständlich gibt es auch vollkommen langweilige Chardonnay-Weine, denn es handelt sich keineswegs um eine magische Rebsorte, die ausschliesslich interessante Weine hervorbringt. Man muss auch dieser Traube mit einem gewissen Mass an Respekt begegnen, damit sie uns einen Wein schenkt, der ihrem Namen auch würdig ist. 

CHAMPAGNE CLOS L'ABBE

Bei Hubert ist das durchaus der Fall: Die Reben sind im « Chablis-Stil » geschnitten, gegen « Unkraut » kommt kein chemisches Spritzmittel zum Einsatz, geerntet wird per Hand und die Trauben werden in einer traditionellen, vertikalen Kelter gepresst, vergoren wird im Eichenfass, zur Flaschengärung wird auf altertümliche Art mit einem Naturkorken verkorkt und die Weine reifen mindestens drei Jahre in der Flasche, bevor Hubert in Erwägung zieht sie wieder aus dem Keller hervorzuholen. 

Die letzte « tirage» (das Abfüllen der jungen, stillen Weine zur zweiten Gärung in der Flasche), fand im April statt. Ein guter Grund für mich, eine Flasche Clos l’Abbé aus meinem Keller zu holen und zu verkosten. 

Feine Bläschen steigen recht langsam und regelmässig im blass-goldenen Wein auf und bilden einen feinen Schaumrand am Glas. Ein angenehmes, fast meditatives Bild…
Ich habe den Champagner übrigens in einem Weinglas serviert und nicht in einem Champagnerglas. Diese traditionelle, hochgezogene und enge Glasform ist bestens angepasst an Schaumweine, die vor allem ihre prickelnde Pracht hervorheben wollen. Das Glas ist aber meist viel zu eng für Weine, die ein hochwertiges und komplexes Bouquet zu bieten haben. Sie haben etwas Besseres verdient. Und sie brauchen Platz!

Le Clos l'Abbé sortie du pressoir

Der Clos l’Abbé nimmt den angebotenen Raum reichlich in Anspruch: Reife Frucht in Form von weissem Pfirsich und Birnen, sowie frisches Gebäck mit Haselnüssen und Butter. Einige Minuten nach dem Öffnen hat sich die Temperatur des Weines um ein bis zwei Grad erhöht und das Bouquet sich um einen Hauch weissen Pfeffer und getrocknete Aprikosen bereichert.

Obwohl meine Nase gerne noch weitere Minuten über dem Glas verbringen würde, drängt mein Gaumen, den Wein endlich zu probieren. Die geradlinige und mineralische Frische im überrascht zunächst, doch verschmilzt sie rasch mit einer angenehmen Süsse und einer schmeichelnden Vollmundigkeit. Die feinen Bläschen sind perfekt integriert und begleiten den aromatischen Wein, der sich um den Duft frischer Mandeln und einem leichten Blütenduft Bereichert hat, bis zum Ende des langen Abgangs.

Wenn man einen solchen Wein verkostet, fällt es leicht die typisch französische Aussage « ein Champagner könne ein Festmahl vom amuse bouche bis zur Nachspeise begleiten » nach zu vollziehen. Denken wir einmal darüber nach: Zum Aperitif würde ich den Clos l’Abbé ganz alleine servieren, als Vorgericht eine leichte Kaninchenpastete mit Koriander und Pistazien vorschlagen, für die Hauptspeise eine etwas fettigen Fisch, en Papillote mit weissem Pfeffer und Vanille im Ofen garen und dazu eine etwas cremige Polenta reichen, dann ein Stück nicht zu alten Parmesankäse, um den Magen zu schliessen und das Ganze mit einem klassischen Paris-Brest zu einem glücklichen Ende führen… 

Überzeugt?



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