Paroles de vignerons - Vinparleur - Winzer talk

Blutwurst, Gigondas und das Tor zum Paradies - Santa Roc von Yves Gras und Rémy Pedreno

16. Februar 2012, von Sebastian Nickel

In Frankreich spricht man manchmal von einem Tag „mit“ oder von einem Tag „ohne“, je nachdem, ob er gut oder eher schlecht gelaufen ist...
F
reitag Spätnachmittag, nach arbeitsreicher Woche halte ich, mit einer ziemlich präzisen Geschmacksidee im Kopf auf dem Heimweg kurz bei meinem multinationalen Lieblingsmetzger an. Ein ordentliches Stück Blutwurst, ein paar Äpfel, ein Kilo Reis aus der Camargue und Zwiebeln aus den Cevennen unterm Arm, steige ich kurze Zeit später wieder aufs Fahrrad – nein, das Bild wäre zu perfekt... also ehrlicherweise ins Auto und fahre weiter. Daheim, finden sich meine Mitbringsel geschält und geschnitten schon bald in verschiedenen Töpfen und Pfannen auf dem Herd wieder – die Zwiebeln mit etwas Curry gewürzt -, wo sie langsam vor sich hin braten, backen und schmelzen. Ich selber tauche in meinen Weinkeller hinab, der in Wirklichkeit nur eine Garage ohne Autos ist...

Ich suche einen 2009er, genauer gesagt einen Gigondas von Yves Gras. Vor etwa fünf Monaten auf Flaschen gezogen, habe ich seitdem noch keine Zeit gehabt, den Wein zu probieren. Nach einigen Minuten des Suchens in verschiedenen Kisten und Kartons werde ich schließlich fündig: Santa Roc 2009 – großartiger Jahrgang in Südfrankreich – das Ergebnis der Zusammenarbeit von Yves Gras von der Domaine Santa Duc und Rémy Pedreno von Roc d’Anglade.

Sobald der Korken aus der Flasche ist, scheint eine erste Probe unvermeidbar, um einen ersten Eindruck zu erfassen: Es brauchte schon vier Winzerhände, um so viel knackige Säure in einem Grenache-dominierten, vollmundigen Wein, Jahrgang 2009, zu erhalten! Die Aromen sind eher süß und fruchtig - Kirsche, Johannisbeeren - aber die Würze ist nicht weit und kommt vor allem im Mund zum Ausdruck. Von fast kristalliner Säure und knusprigen Tanninen getragen, füllt sie auf angenehme Weise den Gaumen und markiert den Abgang: Pfeffer, etwas Zimt, ein Hauch von Fenchel, sowie einige gemahlene Koriander-Körner... Jung und übermütig, verträgt dieser Wein die Karaffe, benötigt sie aber nicht.

Und als sich dann kurze Zeit später die Milde der gebratenen Blutwurst, die Körnigkeit des Reises, die Frucht der Äpfel, die Süße der Zwiebeln und die Würze des Currys dazumischen, spüre ich sehr angenehme Zufriedenheit in Mund und Magen und bin mir ziemlich sicher, dass heut ein Tag „mit“ ist..



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