Abgefüllt im Herbst 2010, nach 22 Monaten Reifung im Holzfass, zeigt diese Cuvée aus Malbec und 10% Merlot und Tannat eine dunkle, violette Farbe.
Die würzige Nase öffnet sich nach und nach zu reifen, süßen Kirschen und einigen Duftnoten von Rauch und Teer. Weich im Anfang, entwickelt sich der Wein zu angenehmer Fülle, unterstützt von mineralischer Frische und engmaschigen Tanninen. Lang und fein im Abgang, gewürzt mit Zimt und Nelken.
Grossartig zum Hirschmedaillon mit einer Sosse aus schwarzen Johannisbeeren oder einer knusprig gebratenen Entenbrust mit Galgant und Lemon-Grass...
Im französischen Departement Lot, genauer gesagt in Cahors, kommt die Rebsorte Côt, heute besser bekannt als Malbec, mit besonderer Kraft und Eleganz zum Ausdruck. Unter den hervorragenden Winzern dieser Gegend hat sich auch Pascal Verhaeghe vom Château du Cèdre zu einem der Begabtesten entwickelt. Wie kein Anderer entzieht er den aquitanischen Kalkböden Eleganz und eigenwilligen Charakter, Reichhaltigkeit und raffinierte Struktur. Vor allem seit der Umstellung auf biologische Landwirtschaft...
Pascal Verhaeghe Le Cedre
Pascal Verhaeghe Le Cedre
Château du Cèdre 2007 Cahors
Dunkles Rubinrot mit zartrosa Karmintönen am Glasrand. Die Nase stürzt sich ohne Schnörkel und unnötige Verzierung in ein fruchtiges Abenteuer; mit Zimt parfümierte Kirschmarmelade, Johannisbeergelee, leicht eingefärbt mit dunklen Brom- und Heidelbeertönen. Im Mund: Eng gewobene Tannine gleiten wie Seide über die Zunge, nur leicht die Geschmackspapillen berührend, gerade genug, um ihre Aufmerksamkeit zu erregen. Ein Nektar, der heute noch mit einer gewissen Diskretion über Ihren Gaumen fließt, noch zögernd vom Parfüm seines Bouquets flüsternd, aber schon viel von den in seinem Körper enthaltenen Rundungen spricht.
Eine Cuvée aus 90% Malbec und 10 % Tannat und Merlot, vollkommen entrappt, 30 Tage auf der Maische vergoren und mit anschließender malolaktischer Gärung die im Eichenholz durchgeführt wird. Der Wein reift 20 Monate in seinen Fässern, von denen rund ein Drittel neu sind.
Kulinarische Begleitung: Ein Wein mit Charakterstärke, jedoch weit weniger streng, als man erwarten könnte. Um den Wein angemessen abzurunden, scheinen heute Hämoglobin und etwas Schmalz die besten Partner zu sein. Ente und Gans sind daher die erste Wahl, im eigenen Saft oder an Wein, mit Orange oder Pilzen gebraten oder geschmort. Sie geben den letzten, eigenwilligen Tanninen den nötigen Schliff und unterstreichen die Frucht des Weines. Des weiteren geben leicht scharfe, gebratene Würste an Tomaten und Bohnen dem Malbec eine besonders wohlschmeckende Antwort.
Jean-Marc Verhaeghe Le Cedre Cahors
Jean-Marc Verhaeghe Le Cedre Cahors
Ein wenig Weiß zur Erfrischung: Cèdre Blanc 2008 Vin de Pays du Lot
Blasses Gelb mit grünem Schimmer. Nase: Aprikose, weißer Pfirsich und frisch geröstetes Toastbrot, belegt mit einer Pistaziencreme und Veilchen. Gaumen: Vollmundig und mineralisch frisch, knackige weiße Früchte und blumige Eleganz. Ein süffiger, aromatischer Wein, alleinig aus Viogniertrauben hergestellt, in großen, 500 Liter Eichenfässern vergoren, etwa zur Hälfte neu. Neun Monate Reifung auf der Feinhefe.
Kulinarische Begleitung: Ausgezeichnet zum Aperitif, zu Süßwasserfischen und hellem Fleisch, ebenso gut passend zu vielen Hartkäsesorten.
Château du Cèdre, von flämischer Abstammung
Léon Verhaeghe aus Morsleede in Flandern, verließ seine Heimat Anfang des 20. Jahrhunderts und siedelte sich im französischen Lot an. 1958 gründet sein Sohn, Charles, zusammen mit seiner Frau einen landwirtschaftlichen Betrieb und beginnt einen Teil der Ländereien des Château du Cèdre mit Wein zu bepflanzen. Jedes Jahr kommt ein Hektar Rebland hinzu. Heute bewirtschaftet Pascal die 27 Hektar des Weingutes zusammen mit seinem Bruder Jean-Marc.
Olivier & Pascal Chateau du Cedre Cahors
Chateau du Cedre Cahors
„Wir betreiben heute biologische Landwirtschaft in unseren Rebgärten. Eine Arbeit, die wir Anfang der 90er-Jahre begonnen haben, indem wir seit 1992 auf Herbizide und seit etwa 10 Jahren auf sämtliche chemischen Spritzmittel verzichten. Seitdem haben wir enorm an Qualität gewonnen, vor allem, was die Qualität unserer Trauben angeht, und haben schließlich 2009 die Bio-Zertifizierung beantragt.“ (Pascal Verhaeghe)
Geduld zahlt sich manchmal aus... Le Cèdre „Grand Cru“ Cahors 2000
Manchmal muss man Geduld haben im Leben, vor allem im Leben eines Weines: Zwei Jahre im Eichenfass und acht Jahre Flaschenreifung in den Kellern des Château du Cèdre für diesen Cahors „Grand Cru“ 2000 - ein fast mythischer Jahrgang.
Der Korken ist fehlerfrei und riecht angenehm nach frischem Kork und Trockenfrüchten. Der Wein fließt dunkel, wenn auch etwas lichtdurchlässiger als erwartet, in das groß gewählte Glas. Dieser Wein braucht Platz...
Meine Nase ist zunächst überrascht, als sie sich dem Glas nähert und auf einen noch jungen, frischen Duft stößt. Sauerkirsche und etwas schwarze Johannisbeere, aber vor allem eine Menge eher schüchterner Aromen, die sich am Boden des Glases zu verstecken scheinen. Ich wähle eine schmale Karaffe und dekantiere den Wein recht schnell, um ihn einerseits von dem Depot zu heben, das sich im Laufe der Jahre am Boden der Flasche gebildet hat, andererseits, um ihm etwas Luft zu geben.
Und schon öffnet sich das zaghafte Bouquet: Vanille, Zimt, Haselnuss und Nelken vermischen sich rasch mit der stetig intensiveren und reiferen Frucht und überlassen schließlich das geleerte Glas den zarten Aromen von schwarzen Oliven und konfitierten Zitronen.
Am Gaumen dominieren zunächst eine klare Mineralität und charaktervolle, sowie charmante und feine Tannine. Der Wein gewinnt zunehmend an Kraft und erreicht schon bald eine stattliche, von angenehmer Säure getragene Fülle. Der Abgang ist lang mit großzügigen Aromen von Zedernholz, weißem Pfeffer, Kirsche und einem Hauch von Rauch.
Das ganze in Begleitung eines Zweierlei vom Fasan nach Alfons Schuhbeck, mit Berglinsen und vielerlei Gewürze und Aromen aus Orient und Okzident: Lorbeer, Wacholder, Curcuma, Koriander, Ingwer, Chili, Zitrone...
Ein gelungener Genuss!
Ein reicher und schmackhafter Wein heute, sowie in einigen Jahren. Geduld, wissen Sie, zahlt sich manchmal aus...
Dunkel im Glas, fast schwarz, mit purpurnem Glanz.
Die Nase ebenso tief wie die Farbe. Ein Bouquet voller Gewürze – Kakao, Röstnoten, Vanille – aber auch reifer Kirschen und frisch geschnittenem Rosmarin. Eine sehr reichhaltige Nase, wenn auch zuerst etwas zurückhaltend, die sich nach und nach im Glas öffnet.
Geradlinig im Mund, mit jugendlich frischer Säure und kräftigen, fein geschliffenen Tanninen. Lang und fruchtig im Abgang.
Ein Charakterwein, der sein Terroir und seine Herkunft widerspiegelt. Noch jung, aber schon ein hervorragender Begleiter zu gebratenem Wildschwein oder einem Coq-au-vin. Karaffieren, etwa eine Stunde vor dem Servieren tut ihm gut und öffnet sein gesamtes aromatisches Potential.