Man kann fast nicht anders, als diesen puren Malbec in absoluter Stille zu probieren. Das zuerst etwas diskrete Bouquet öffnet sich nach und nach, als würde der Wein befürchten, unsere Nase zu überfordern. Zuerst Rauch am Horizont, dann Sauerkirschen und stetig wachsende Frucht, Aromen von Heidelbeeren, Cassis und schwarzer Olive. Das Eichenholz zeigt sich diskret und bereichert den Wein lediglich mit etwas gerösteten Haselnüssen und Kakao, um dann rasch dem Pflanzenreich Platz zu machen: Minze, Veilchen...
Jugendlich, aber fein umspielt er die Zunge, überwacht von seriösen und präzisen Tanninen, die den Wein bis zum eleganten und langen Finale begleiten. Ein erlesener Wein von einem großen Jahrgang aus Cahors, sofort zu verkosten, oder in 8 Jahren, oder in 16 Jahren...
Wenn der 2008er nach Meinung des Gault & Millau ein „magischer“ Wein ist, so könnte man den 2009er als „kosmisch“ bezeichnen. Reden wir nicht lange von der Farbe, die genau so schwarz ist, wie es sich für einen puren Malbec-Wein aus Cahors gehört, sondern schauen wir ihm direkt auf die Nase, mit geschlossenen Augen...
Schon jetzt reichhaltig und komplex, bis zum Rand gefüllt mit roten und schwarzen Früchten, schon wieder Veilchen und Minze, aber ebenfalls Zedernholz, weißer Pfeffer und gerösteter Kakao. Schmeichelnd und vollmundig auf der Zunge, mit feinem Tannin, das den Mund mit Samt überzieht, aber auch die für den GC so typische Mineralität und endlos langem Abgang. Ein Ehrengast bei Ihren Festessen der kommenden Jahre.
Weindetails
Herkunft : AOP Cahors Boden und Klima : Die Reben des Château du Cèdre wurzeln in zwei unterschiedlichen Bodentypen. Auf den steinigen Kalk- und Tonböden entstehen geradlinige Weine mit feinem Tannin, während die aluvialen Böden, die aus Ton, Sand und grobem Flusskiesel bestehen, kräftigere und dichtere Weine hervorbringen. Rebsorte : 100% Malbec Vinifikation : Die handgelesenen und -sortierten Trauben warden vollständig entrappt. Währen der 40 Tage Gärung in offenen 500 Liter Holzfässern wird die Maische zur Extraktion der Farbe und der Tannine regelmässig untergestossen. Reifung: Die Malolaktische Gärung wird in den gleichen Fässern durchgeführt. Anschliessend wird der Wein 24 Monate in grossen Fässern gelagert und ohne Schönung und Filtration abgefüllt.
Hier befinden wir uns eindeutig schon im Revier der Malbec-Traube: Der tief schwarze Wein zeigt ein intensives, rauchiges Bouquet aus schwarzen Früchten, Schokolade und Gewürzen.
Dicht und rund auf der Zunge, wild aber doch zuvorkommend, mit knusprigen Tanninen, die am Gaumen kitzeln, und in die man genüsslich hinein beisst, bevor man sich am Boden des Glases im Duft von Zimt, Vanille und frischer Erde zur Ruhe setzt.
Blutwurst, Gigondas und das Tor zum Paradies - Santa Roc von Yves Gras und Rémy Pedreno
In Frankreich spricht man manchmal von einem Tag „mit“ oder von einem Tag „ohne“, je nachdem, ob er gut oder eher schlecht gelaufen ist...
F
reitag Spätnachmittag, nach arbeitsreicher Woche halte ich, mit einer ziemlich präzisen Geschmacksidee im Kopf auf dem Heimweg kurz bei meinem multinationalen Lieblingsmetzger an. Ein ordentliches Stück Blutwurst, ein paar Äpfel, ein Kilo Reis aus der Camargue und Zwiebeln aus den Cevennen unterm Arm, steige ich kurze Zeit später wieder aufs Fahrrad – nein, das Bild wäre zu perfekt... also ehrlicherweise ins Auto und fahre weiter. Daheim, finden sich meine Mitbringsel geschält und geschnitten schon bald in verschiedenen Töpfen und Pfannen auf dem Herd wieder – die Zwiebeln mit etwas Curry gewürzt -, wo sie langsam vor sich hin braten, backen und schmelzen. Ich selber tauche in meinen Weinkeller hinab, der in Wirklichkeit nur eine Garage ohne Autos ist...
Ich suche einen 2009er, genauer gesagt einen Gigondas von Yves Gras. Vor etwa fünf Monaten auf Flaschen gezogen, habe ich seitdem noch keine Zeit gehabt, den Wein zu probieren. Nach einigen Minuten des Suchens in verschiedenen Kisten und Kartons werde ich schließlich fündig: Santa Roc 2009 – großartiger Jahrgang in Südfrankreich – das Ergebnis der Zusammenarbeit von Yves Gras von der Domaine Santa Duc und Rémy Pedreno von Roc d’Anglade.
Sobald der Korken aus der Flasche ist, scheint eine erste Probe unvermeidbar, um einen ersten Eindruck zu erfassen: Es brauchte schon vier Winzerhände, um so viel knackige Säure in einem Grenache-dominierten, vollmundigen Wein, Jahrgang 2009, zu erhalten! Die Aromen sind eher süß und fruchtig - Kirsche, Johannisbeeren - aber die Würze ist nicht weit und kommt vor allem im Mund zum Ausdruck. Von fast kristalliner Säure und knusprigen Tanninen getragen, füllt sie auf angenehme Weise den Gaumen und markiert den Abgang: Pfeffer, etwas Zimt, ein Hauch von Fenchel, sowie einige gemahlene Koriander-Körner... Jung und übermütig, verträgt dieser Wein die Karaffe, benötigt sie aber nicht.
Und als sich dann kurze Zeit später die Milde der gebratenen Blutwurst, die Körnigkeit des Reises, die Frucht der Äpfel, die Süße der Zwiebeln und die Würze des Currys dazumischen, spüre ich sehr angenehme Zufriedenheit in Mund und Magen und bin mir ziemlich sicher, dass heut ein Tag „mit“ ist..