Paroles de vignerons - Vinparleur - Winzer talk

15.000.006 Jahre... Bodenruhe auf der Domaine de l’Arjolle

5. Juli 2011, von Sebastian Nickel

Die meisten Weinberge der Arjolle befinden sich in einem ehemaligen weitläufigen Bassin, das im Miozän, vor etwa 15 Millionen Jahren gebildet wurde. Während dieses zum Tertiär gehörigen Zeitalters bedeckte das weit ausliegende Mittelmeer Pouzolles mit warmem seichtem Wasser.

Das Meer erreicht seinen höchsten Wasserstand vor etwa 14 Millionen Jahren, eine Zeit, die mit bedeutenden Sediment-Ablagerungen einhergeht, hauptsächlich aus Sand und Lehm bestehenden Schwemmböden, allgemein auch als Molasse bezeichnet. Noch heute zeugen riesige, fossilisierte Austern von der lagunenartigen Landschaft, die das heutige Languedoc beherrscht, als sich das Meer langsam zurückzieht.

Charles from Domaine Arjolle

Wenn man heute in den ockerfarbenen Böden unseren Weinbergen ein Loch gräbt, etwa wie das vor 6 Jahren ausgehobene Loch auf unserem Photo, so stößt man recht schnell auf eine harte Sandsteinplatte.
Für den Weinbau interessieren uns vor allem Böden, die durch den Abbau dieses Sandsteins, durch Flechten, Moose und sonstige Pflanzen entstanden sind. Bevor wir jedoch unsere Reben anpflanzen, führen wir noch verschiedene Maßnahmen durch, um die „agronomische Qualität“ der Böden zu verbessern; d.h. vor allem die Verfestigung der Bodenstruktur gegen Erosion und der Steigerung der Bodenporosität zur schnellen Aufnahme vor allem der winterlichen Niederschläge.

Es gibt zwei Wege, diese Objektive zu erreichen:

  • Durch Tiefenpflügen, d.h. Lockerung des Erdreichs bis in 1,50 Meter Tiefe mit Hilfe eines überdimensional tiefen Pfluges. Eine schnelle, jedoch nicht dauerhafte Maßnahme.
  • Der künftige Rebgarten wird 7 bis 9 Jahre brach gelegt und die Bodenstruktur durch das Ausbringen von Kompost und das Einrichten einer pflanzlichen Bodenbedeckung langsam und dauerhaft verbessert.

Wir haben uns vor 6 Jahren für die zweite Lösung entschieden und sehen schon heute die ersten Ergebnisse: Eine deutliche Lockerung der Bodenstruktur im oberen Bereich, sowie eine regelmäßige Durchwurzelung bis in 90 cm Tiefe.

Diese Art von Molasse-Böden aus dem Miozän ist ideal zum Pflanzen weißer Rebsorten wie zum Beispiel Viognier, Muskat oder Sauvignon. Diese Traubensorten fühlen sich sehr wohl in einer weiten Landschaft auf sedimentären Böden. Das Anlegen eines neuen Weinbergs ist also in zwei bis drei Jahren geplant.



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